Empathie in der Pflege:
Sich in andere und sich selbst einfühlen.

Zuwendung, Mitgefühl und Empathie sind häufig genannte Aspekte, die mit dem Pflegeberuf verbunden werden. Ein Blick in die vielen Krankenhausserien, Medienberichte und öffentlichen Diskussionen bestätigt dieses Bild. Eine Gesundheitsversorgung und Pflegeberuf ohne Empathie scheint nur schwer vorstellbar. Typische Erwartungen an den Beruf sind: Pflegende haben Zeit, Pflegende setzen sich neben Patienten und hören zu, Pflegende bringen Kaffee und kümmern sich sorgevoll um die Angehörigen. Für viele Pflegende entspricht dieses Bild auch der eigenen Berufsmotivation und dem Qualitätsanspruch an die eigene Arbeit. 

 

 

Ein Blick in die Versorgungslandschaft zeigt aber, wie herausfordernd es unter den gegebenen Umständen der Leistungsverdichtung und des sich abzeichnenden Fachkräftemangels ist, diesem Anspruch gerecht zu werden. Die Bedeutung von Empathie und Mitgefühl im Pflegealltag wird dabei häufig unterschätzt. 

 

Empathie kann auch belasten! 

Der Pflegeberuf zeichnet sich durch einen hohen emotionalen Anforderungscharakter aus. Dieser entsteht neben den gesellschaftlichen Erwartungen insbesondere durch die intensive Nähe zu Patienten und Angehörigen. In ihnen werden Leid, Glück, Hoffnungen oder Enttäuschungen immer wieder erlebt. Pflegende nehmen hier eine Schlüsselfunktion ein, der sie sich nicht entziehen können.

 

Studien legen nahe, dass Empathie neben seiner wohltuenden Wirkung auch belastend sein kann.
Unreflektierte Empathie,  ein „zu viel“ an Empathie oder die nicht adäquat ausgedrückte Empathie sind eng assoziiert mit klassischen Belastungsfolgen wie Berufsunzufriedenheit, Depressivität, Burnout oder psychosomatischen Symptomen sowie dem Wunsch, den Beruf zu verlassen.  Pflegende brauchen bewusste Strategien, wie sie mit emotionalen Herausforderungen in der  Versorgung von Patienten und Angehörigen auch im Sinne der Selbstpflege umgehen können.

 

Das Forschungsprojekt empCARE

Das BMBF (Bundesministerium für Bildung und Forschung) fördert im Rahmen des Forschungsprogramms „Präventive Maßnahmen für die sichere und gesunde Arbeit von morgen“
das Verbundprojekt „Pflege für Pflegende: Entwicklung und Verankerung eines empathiebasierten Entlastungskonzepts in der Care-Arbeit“ – empCARE. 

empCARE

  • psychologische und pflegewissenschaftliche Ansätze verbinden 

  • Konzept zur Entlastung und Prävention emotionaler Belastungsfolgen von Pflegenden

  • Langfristig den Problematiken des Fachkräftemangels und der hohen Fluktuation im
    Pflegeberuf entgegenwirken

  • Kombination von kurzfristigen Trainings- und langfristigen Coachingmaßnahmen zur Kompetenzentwicklung der Beschäftigten mit strukturellen Veränderungen

 

Ziel ist es, eine reflektierte Form der Empathie als Ressource bei den Beschäftigten in der Care-Arbeit zu stärken, um mit neuen Handlungsmöglichkeiten emotionale Belastungssituationen zu entschärfen. Begleitend zur Umsetzung des Entlastungskonzepts erfolgen summative und formative längsschnittliche Evaluationsmessungen, die sowohl die Wirksamkeit wie auch die Akzeptanz des Trainings bei den teilnehmenden Pflegenden, den Pflegeteams und bei Patienten untersuchen. 

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© empCARE