Das Forschungsprojekt (Nov. 2015 bis Apr. 2019)

Im Rahmen des Forschungsprogramms "Präventive Maßnahmen für die sichere und gesunde Arbeit von morgen" des Bildungsministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) wird das Verbundprojekt „Pflege für Pflegende: Entwicklung und Verankerung eines empathiebasierten Entlastungskonzepts in der Care-Arbeit“ (empCARE) über eine Laufzeit von 42 Monaten gefördert. Begleitet wird das Projekt durch den Projektträger Karlsruhe (PTKA). Neben der Universität-Duisburg Essen als Projektkoordinator (Leitung: Prof. Dr. Marcus Roth, Dr. Tobias Altmann) sind als Projektpartner die Pflegedirektion und das Bildungszentrum des Uniklinikums Köln (Leitung: Vera Lux), die Pflegedirektion des Universitätsklinikums Bonn (Leitung: Andreas Kocks) und Aaron Kranken- und Intensivpflege GmbH & Co. KG (Leitung: Daniela Roling) am Verbundprojekt beteiligt.

 

Langfristig adressiert das Projekt die Problematik des Fachkräftemangels und die hohe Fluktuation im Pflegeberuf. Grund hierfür sind die enormen psychischen Belastungen im Pflegealltag, bedingt durch die Forderung an die Pflegekraft nach effektiver Versorgung bei gleichzeitiger Ansprechbarkeit für emotionale Belange. Empathie ist somit einerseits wichtigstes Instrument für den Umgang mit Patientinnen und Patienten, andererseits kann Empathie auch eine Quelle für Belastungen sein. Diesen Ansatzpunkt nutzend besteht das Gesamtziel des Verbundvorhabens in der Entwicklung eines wissenschaftlich fundierten Entlastungskonzepts für Pflegekräfte, in dem emotionale Belastungsfolgen durch frühzeitige Prävention vermieden werden. Das Konzept kombiniert kurzfristige Trainings- mit langfristigen Coachingmaßnahmen zur Kompetenzentwicklung, um den Praxistransfer zu sichern. Zudem werden Umsetzungshinweise erstellt, mit denen Institutionen diese Maßnahmen dauerhaft im Sinne förderlicher Arbeitsbedingungen verankern können. Deutschlands Pflegekultur soll hierdurch nachhaltig verändert werden.

 

Ein von der Universität Duisburg-Essen konzipiertes Programm für die Nutzung in sozialen und pflegenden Berufen wird im Projekt von den Partnern weiter entwickelt. Die Universität Duisburg Essen übernimmt dabei die Koordination, die grundlagenwissenschaftliche Konzeptarbeit sowie die wissenschaftliche Evaluation.  Die Pflegedirektion und das Bildungszentrum am Uniklinikum Köln setzen das Konzept in der stationären Pflege ein,  um Erfolgsfaktoren für die Umsetzung in der der Praxis zu ermitteln. Für eine exponentielle Verbreitung sorgt ein innovatives Multiplikatorenkonzept, welches von der Pflegedirektion des Universitätsklinikums Bonn verwirklicht wird, in diesem Programm werden Trainerkräfte geschult. Aaron Kranken- und Intensivpflege GmbH & Co. KG übernimmt die Entwicklung und Umsetzung der Maßnahme in der ambulanten Pflege.

Die Teilprojekte

Projektkoordinator

 

Universität Duisburg-Essen

Institut für Psychologie

 

Teilprojekt: „Empirische Evaluation zur gesundheitspräventiven Wirkung und Akzeptanz des Entlastungskonzepts“

 

Ziel des Teilvorhabens der Universität Duisburg-Essen ist die grundlagenwissenschaftliche Konzeptarbeit bei der Entwicklung und Erprobung des Entlastungskonzepts sowie bei der empirischen Evaluation dessen präventiver Wirksamkeit und Akzeptanz. Dadurch werden Validität und Übertragbarkeit der Ergebnisse des Verbunds in alle Bereiche der Pflege abgesichert und die wissenschaftliche Verwertbarkeit gewährleistet. Weitere Ergebnisse des Teilvorhabens sind der empirische Nachweis des Nutzens des Konzepts für die Beschäftigten der Pflege sowie Qualitätsstandards für durchführende Institutionen.

 

Leitung: Univ.-Prof. Dr. phil. habil. Marcus Roth, Dr. phil. Tobias Altmann

Universitätsstraße 2

45141 Essen

Tel.: (0201) 183-6057

E-Mail: marcus.roth@uni-due.de

 

 

 

Projektpartner

 

Pflegedirektion und Bildungszentrum

des Universitätsklinikums Köln (AöR)

 

Teilprojekt: „Konzeption und Umsetzung des gesundheitspräventiven Entlastungskonzepts in der stationären Krankenpflege mit Analyse differenzieller Durchführungsbedingungen“

 

Ziel des Teilvorhabens der Pflegedirektion und des Bildungszentrums des Uniklinikums Köln ist die Entwicklung und Umsetzung des Entlastungskonzepts speziell in der stationären Pflege. Dabei wird in diesem Teilvorhaben der Einfluss der Durchführungsbedingungen der Maßnahme auf ihre präventive Wirksamkeit untersucht. Ergebnisse dieses Teilvorhabens sind ein in der stationären Pflege bewährtes, wirksames Entlastungskonzept zur Gesundheitsprävention sowie Standards zur effektiven Umsetzung.

 

Leitung: Vera Lux

Kerpener Str. 62

50935 Köln

Tel.: (0221) 478-4938

E-Mail: vera.lux@uk-koeln.de

 

 

 

Pflegedirektion des Universitätsklinikums Bonn (AöR)

 

Teilprojekt: „Entwicklung und Analyse eines Multiplikatorenansatzes zur Verbreitung des gesundheitspräventiven Entlastungskonzepts“

 

Ziel des Teilvorhabens der Pflegedirektion des Universitätsklinikums Bonn ist es, einen Multiplikatorenansatz des Entlastungskonzepts zur effektiven Verbreitung der präventiven Gesundheitsmaßnahme zu entwickeln, umzusetzen und zu evaluieren. Pflegekräfte werden dabei zu Trainerkräften geschult, um als Multiplikatoren für ihre TeamkollegInnen zu fungieren. Durch einen solchen Multiplikatorenansatz wird durch die exponentielle Verbreitung der Schulungsaufwand minimiert und der Praxistransfer maximiert. Ergebnisse dieses Teilvorhabens sind ein wirksamer und breit einsetzbarer Multiplikatorenansatz sowie Qualitätsstandards für die Umsetzung.

 

Leitung: Andreas Kocks, BScN, MScN

Sigmund-Freud-Straße 25, Gebäude 371

53127 Bonn

Tel.: (0228) 287-16671

E-Mail: pflegedirektion@ukb.uni-bonn.de

 

 

 

Aaron Kranken- und Intensivpflege GmbH & Co. KG

 

Teilprojekt: „Entwicklung und Analyse des gesundheitspräventiven Entlastungskonzeptes in der ambulanten Intensivpflege“

 

Ziel des Teilvorhabens von Aaron Kranken- und Intensivpflege GmbH & Co. KG ist die speziell für den Bereich der ambulanten Intensivpflege angepasste Entwicklung, Umsetzung und Evaluation des Entlastungskonzepts. Dabei werden die strukturellen Besonderheiten der Arbeitsgestaltung besonders im Vergleich zur stationären Pflege (z.B. der deutlich intensivere Patientenkontakt) analysiert und in den Entwicklungsprozess integriert. Ergebnisse des Teilvorhabens sind ein auf seine Wirksamkeit geprüftes Entlastungskonzept und Qualitätsstandards für die Umsetzung in der ambulanten Pflege sowie langfristig nutzbare Evaluationsmethoden für diesen besonderen Bereich der Care-Arbeit.

 

Leitung: Daniela Schliffer (geb. Roling), Dipl.-Medizinökonomin
Ottmar-Pohl-Platz 7

51103 Köln

Tel.: (0221) 88096-09 

E-Mail: d.schliffer@aaron-intensivpflege.de

Förderung

Im Förderschwerpunkt "Präventive Maßnahmen für die sichere und gesunde Arbeit von morgen" erarbeiten Präventionsallianzen aus Wissenschaft, Wirtschaft und dem Arbeits- und Gesundheitsschutz in 30 bundesweit geförderten Verbundprojekten anwendungsorientierte Ansätze für eine präventive Arbeitsgestaltung. Ziel ist es, unter anderem mit Unterstützung von smarten Technologien, Konzepte und Modelle eines zukunftsfähigen Arbeits- und Gesundheitsschutzes zu entwickeln. Der Förderschwerpunkt wird durch das Projekt MEgA wissenschaftlich begleitet. Das Verbundprojekt „Pflege für Pflegende: Entwicklung und Verankerung eines empathiebasierten Entlastungskonzepts in der Care-Arbeit“ (empCARE) wird gefördert mit Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und vom Projektträger Karlsruhe (PTKA) betreut.

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